Geschäftsstelle Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen - Deutsche Sektion des CEEP e.V.

Invalidenstraße 91
10115 Berlin

Fon +49 (0)30 / 943 95 13 - 0
Fax +49 (0)30 / 943 95 13 - 29

info@bvoed.de

05.11.2014

Studie belegt hohen Anpassungsbedarf für kommunale Energieversorger durch die Energiewende

Studie des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig veröffentlicht

Leipzig, 05.11.2014. Die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere zum Ausbau der erneuerbaren Energien, führen zu einer deutlichen Veränderung von Erzeugungsstrukturen, aber auch zu Herausforderungen in der Energieverteilung und der Versorgungssicherheit. Besonders die Maßgabe, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent zu erhöhen, bedarf eines weiteren, koordinierten Ausbaus entsprechender Erzeugungsanlagen.

Die Studie „Herausforderungen von Stadtwerken aus der Energiewende“, die das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. an der Universität Leipzig in Kooperation mit der Commerzbank AG und der Stadtwerke Leipzig GmbH erstellt hat, illustriert den hohen strategischen Anpassungsbedarf der Versorgungsunternehmen durch die Energiewende.

Infolge der naturräumlichen Voraussetzungen hierfür ändern sich die Erzeugungsstrukturen von der eher zentralen zur dezentralen Energieerzeugung. Dies bedingt, auch durch gesetzliche Regelungen zum Vorrang erneuerbarer Energien, weiterhin den Ausbau des Verteilnetzes, um den dezentral erzeugten Strom in das Energienetz einspeisen zu können.

Stadtwerke als regional verankerte Versorgungsunternehmen haben diese fundamentalen Marktveränderungen bei ihren Entscheidungen über zukünftige Strategien und Geschäftsfeldentwicklungen zu berücksichtigen, um ihrer wichtigen Rolle am Gelingen der Energiewende gerecht zu werden.

„Der Wandel der Erzeugungsstrukturen hin zu kleinen, dezentralen Anlagen wird spürbar auf die Strukturen der Energiewirtschaft wirken. Ein wesentliches Element stellt dabei der Ausbau der erneuerbaren Energien dar“, sagt Nikola Köller, Vorsitzende der Geschäftsleitung Öffentlicher Sektor Süd/Ost der Commerzbank AG. „Eine nachhaltige finanzielle Basis für notwendige Investitionen in neue Erzeugungsanlagen, Netze oder Services ist dabei ein zentraler Pfeiler einer tragfähigen Unternehmensstrategie“, so Köller.

Dr. Oliver Rottmann, Geschäftsführender Vorstand des Kompetenzzentrums und Studienleiter, erläutert: „Besonders für moderne, effiziente Kraftwerke werden infolge von Einspeisevorrang und Einspeisevergütung Wirtschaftlichkeitsprobleme gesehen, da diese nun nicht mehr kostendeckend betrieben werden können." "Sofern jedoch die Marktstrukturen dahingehend verändert werden, dass u.a. das Vorhalten von garantierten Kapazitäten entlohnt und Strom aus erneuerbaren Energien vollkommen in den Markt integriert werden, kann die Energiewende gelingen. Auch zukünftig sehen sich die Stadtwerke hier als regionale Garanten der Versorgungssicherheit“, betont Rottmann.

Pressekontakt:

Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. an der Universität Leipzig
Dr. Oliver Rottmann
Telefon: +49 341 9 73 3583
Mail:rottmann@wifa.uni-leipzig.de

Commerzbank AG
Sabine Schanzmann-Wey
Pressereferentin
Telefon: +49 341 124 1616
Mail: sabine.schanzmann-wey@commerzbank.com

Hintergrund:

Das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft und Daseinsvorsorge der Universität Leipzig ist ein interdisziplinäres Zentrum, das sich im Rahmen einer praxisorientierten Forschung mit Fragestellungen der öffentlichen Wirtschaftsbereiche – auch an der Schnittstelle zur Privatwirtschaft – beschäftigt. Themenschwerpunkte bilden neben den öffentlichen Finanzen vor allem die Bereiche der Daseinsvorsorge (beispielsweise Energie- und Wasserversorgung). Das Zentrum wurde 2009 gegründet und beinhaltet elf Professuren aus Ökonomie, Jurisprudenz, Politikwissenschaft, Infrastruktur, Stadtentwicklung und Pädagogik.

Der bvöd ist im Beirat des Kompetenzzentrums vertreten. Dr. Rottmann ist zudem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des bvöd.

Studie herunterladen: